Archiv für den Monat: Juli 2025

World Silver Survey 2025: Der Silbermarkt zeigt viertes Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit

Vielfalt der Silberbarren zur Silberanlage im ESG Onlineshop

Große Vielfalt für Silberanlage: Silberbarren aus neu gewonnenem oder recyceltem Silber

Silber zählt zu den gefragtesten Rohstoffen weltweit und spielt eine zentrale Rolle in moderner Technologie und der globalen Energiewende. Die hohe Nachfrage wird durch aktuelle Daten bestätigt: im April veröffentlichte „The Silver Institute“ die Studie „World Silver Survey 2025“, die interessante Einblicke in Angebot und Nachfrage am Silbermarkt der vergangenen Jahre liefert – insbesondere für das Jahr 2024.

Der Silbermarkt zeigte in vergangenen Jahren eine beeindruckende Dynamik, getrieben durch strukturelle Angebotsdefizite, eine wachsende industrielle Nachfrage und steigende Preise.

Industrielle Silbernachfrage treibt den Markt an – Nachfrage aus Elektrotechnik und Elektronik besonders stark

Ein wesentlicher Treiber der Silbernachfrage war 2024 erneut die Industrie mit einem Volumen von 680,5 Millionen Unzen – ein Zuwachs von rund 4% gegenüber 2023, wie in der aktuellen Studie „World Silver Survey“ dargestellt. Besonders hervorzuheben ist die Nachfrage aus der Elektrotechnik und Elektronik, die mit 460,5 Mio. Unzen einen bedeutenden Anteil an der gesamten Nachfrage aus der Industrie stellte: Das ist ein Plus von 16,1 Millionen Unzen gegenüber dem Vorjahr und sogar 43,3% mehr als im Jahr 2020.

Die Nachfrage aus dem Photovoltaik-Sektor erreichte dabei mit 197,6 Mio. Unzen ein neues Hoch innerhalb des berücksichtigten Zeitraums ab 2016. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Anstieg um beeindruckende 142,2% – ein klarer Indikator für die wachsende Bedeutung von Silber als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und den Ausbau grüner Technologien.

Darüber hinaus kommt die Nachfrage nach Silber aus den Bereichen Fotografie, Schmuck, Silberbesteck sowie nach Anlagesilber in Form von Münzen und Barren.

Das Silberangebot reichte 2024 nicht aus

Im Jahr 2024 stieg das weltweite Silberangebot im Vergleich zum Vorjahr um ca. 2% auf insgesamt 1.015,1 Millionen Unzen, so die aktuellen Zahlen von „The Silver Institute“. Die Minenproduktion legte dabei im Vergleich zum Vorjahr leicht zu – von 812,7 auf 819,7 Millionen Feinunzen. Das Angebot aus dem Recycling verzeichnete mit einem Anstieg von etwa 6% auf 193,9 Millionen Unzen (+10,4 Mio. Unzen) einen stärkeren Zuwachs. Gleichzeitig gingen die Nettoverkäufe des öffentlichen Sektors von 1,6 auf 1,5 Millionen Unzen zurück.

Obwohl das Gesamtangebot im Vergleich zu 2023 um 2% stieg, reichte dies nicht aus, um die hohe aktuelle Nachfrage nach Silber vollständig zu decken, wie die Studie bestätigt. Somit gewinnt Silberrecycling zunehmend an strategischer Bedeutung. Es bietet eine nachhaltige Möglichkeit, wertvolle Ressourcen im Wirtschaftskreislauf zu halten. Zudem ist Recycling nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich relevant: Die Rückgewinnung von Silber aus Altmaterialien erfordert im Vergleich zur Primärförderung deutlich weniger Energie sowie Wasser und verursacht weniger CO₂-Emissionen.

Um den Rohstoffkreislauf zu erhalten, sollte daher nicht mehr benötigtes Silber wieder in den Silberkreislauf zurückgegeben werden. Die ESG kauft Ihr Silber an und recycelt es innerhalb Europas – nachhaltig, ressourcenschonend und unter der Berücksichtigung von Mensch und Umwelt. Ob industrieller Elektronikschrott, Dentalreste, Schmuck oder Silberbesteck – Sie können Ihr Altsilber direkt an uns verkaufen. Auch unsere Anlagebarren aus recyceltem Silber stammen aus diesem Prozess. Da recyceltes Feinsilber dieselbe Reinheit wie neu gewonnenes besitzt, bleibt sein Wert vollständig erhalten.

Bilanz des Silbermarktes – viertes Defizitjahr in Folge

Aufgrund des bestehenden Verhältnisses aus Angebot und Nachfrage markierte das Jahr 2024 bereits das vierte Jahr in Folge mit einem Angebotsdefizit. Die Gesamtnachfrage belief sich auf 1.164,1 Millionen Unzen, während das Gesamtangebot nur 1.015,1 Mio. Unzen erreichte – ein Defizit von ca. 149 Millionen Unzen, wie im „World Silver Survey 2025“ berichtet.

Zum Vergleich fiel das Defizit in Vorjahren noch größer aus: im Jahre 2023 lag es bei ca. 200 Millionen Unzen und 2022 sogar bei 249,6 Millionen Unzen Silber.

Obwohl das Defizit im Jahre 2024 um etwa 26% geringer ausfiel als im Vorjahr, bleibt es hoch und entspricht etwa 15% des weltweiten Angebots, so „The Silver Institute“.

Fazit: Silber bleibt langfristig eine lohnenswerte Anlage

Trotz eines leichten Rückgangs der Gesamtnachfrage im Jahre 2024 bleibt die fundamentale Ausgangslage für Silber stark. Zusätzlich zu diesem Defizit haben laut „The Silver Institute“ die günstigen makroökonomischen und geopolitischen Bedingungen das Silberinvestment angekurbelt und dazu beigetragen, dass der Silberpreis im Jahresdurchschnitt 2024 um 21% gestiegen ist.

Der Silberpreis startete im Januar 2024 mit einem Durchschnitt von 21,05 Euro je Feinunze und beendete das Jahr mit einem Monatshoch von 30,39 Euro im Dezember. Dabei lag das Jahrestief 2024 im Januar bei 20,31€. Das Jahreshoch erreichte der Silberpreis im Oktober mit 32,28€.

Mit diesem starken Kurszuwachs zählt Silber weiterhin zu den spannendsten Edelmetallen für Anleger – sowohl mittel- als auch langfristig. Zum 13. Juli 2025 notierte Silber bereits den Preis von 32,86€ pro Feinunze.

Goldmarkt unter Druck: EZB warnt vor gefährlichem Short Squeeze – Interview mit Edelmetallexperte

Goldtafeln CombiBar

Goldtafeln aus Feingold zur physischen Goldanlage

Der Grund: Es wird viel mehr „Papier-Gold“ gehandelt, als tatsächlich physisch vorhanden ist. Wenn plötzlich viele Investoren auf eine echte Auslieferung bestehen – und nicht nur auf Buchgewinne –, könnte es zu einem sogenannten Short Squeeze kommen, der den Goldpreis explodieren und die Banken unter Druck geraten lässt. Was genau hinter diesem Szenario steckt, warum überhaupt mehr Gold gehandelt wird, als existiert, und ob Privatanleger sich Sorgen machen müssen, erklärt Dominik Lochmann, Geschäftsführer der ESG im Interview.

Was versteht man unter einem Short Squeeze im Goldmarkt?

„Ein Short Squeeze im Goldhandel würde entstehen, wenn viele Spekulanten darauf wetten, dass der Goldpreis sinkt – also Optionen auf fallende Kurse abschließen − und bei höheren Kursen beim Ablaufdatum nun auf tatsächliche Auslieferung bestehen. Normalerweise werden solche Geschäfte nur mit Geld ausgeglichen. Besteht der Käufer aber auf eine tatsächliche Lieferung, muss das Gold auf dem Markt zugekauft und physisch geliefert werden. Das kann bei vorübergehend großen Mengen zu kurzfristig stark steigenden Goldpreisen und zu Kapazitätsproblemen bei Schmelze und Wertlogistik führen. Die Angst vor einem solchen Szenario ist die, dass es bei schnell steigenden Kursen und scheinbarer – da ja nur temporärer – Goldknappheit am Markt zu Lieferproblemen kommen und Panik ausbrechen kann, was den Goldpreis noch weiter anheizen würde.“

Wie kann es sein, dass mehr Gold verkauft wird, als physisch vorhanden ist?

„An den Goldbörsen wird meist hundertmal mehr Papier-Gold gehandelt, als tatsächlich physisch ausgeliefert wird. Bei den Großinvestoren verbleibt das Gold in der Regel in den Lagerhäusern und lediglich der Besitzer wechselt. Oftmals werden die Geschäfte auch gar nicht abgeschlossen, um tatsächlich Edelmetall zu erwerben, sondern um Kurse abzusichern oder damit zu spekulieren. Um Optionsgeschäfte anbieten zu können, müssen die Banken nur einen geringen Prozentsatz der Goldmenge physisch besitzen, solange sie über genug Bonität verfügen, um das Metall am Markt zukaufen zu können.“

Was wäre ein Worst-Case-Szenario, wenn viele Akteure plötzlich auf die Auslieferung ihres physischen Goldes bestehen?

„Das Worst-Case-Szenario wäre, wenn der Preis sehr schnell so extrem steigt, dass die Banken, um ihre Verträge zu erfüllen, gezwungen wären, zu so hohen Kursen zuzukaufen, dass dies ihre Bonität übersteigt und sie zusätzlich mangels kurzfristig nicht ausreichend verfügbarer Schmelz- und Logistikkapazitäten auch physisch ihren Auslieferungsverpflichtungen nicht nachkommen könnten. Ich persönlich halte das Risiko aber für überschaubar, da kein Marktteilnehmer Interesse an einem solchen Szenario hätte und der Anteil des Goldhandels am gesamten Börsenhandel im Vergleich zu Aktien und Währungen eher gering ist.“

Wie könnten Privatanleger betroffen sein und wie können sie sich schützen?

„Privatanleger würden von einem solchen Szenario − solange sie selbst nicht in Panik geraten − langfristig vermutlich wenig betroffen sein. Wer selbst schon Gold besitzt, könnte sich über steigende Kurse freuen und eventuell einen Teil davon verkaufen und Gewinne realisieren. Aktienkurse würden kurzfristig vermutlich erst mal fallen, da Banken Liquidität bräuchten und Eigenbestände verkaufen müssten. Dies würde für Privatinvestoren also eher gute Einstiegspreise mit sich bringen. Nachdem sich der Markt wieder beruhigt hat, sollten sich die Aktienkurse wieder normalisieren und als Verlierer würden lediglich die Banken und Spekulanten bleiben, die bei Gold in die falsche Richtung gewettet und somit Geld verloren haben. Im Nachgang hätte dies aber natürlich auch Folgen für deren Aktionäre und eventuell für deren Kunden in anderen Geschäftsbereichen. Der normale deutsche Privatsparer sollte aber selbst wenig betroffen sein.“