Archiv für den Monat: August 2025

Von der Legierung bis zum Preis: Wie Altsilber und Altgold zu Geld werden

Alter Goldschmuck und Silberbesteck

Alter Goldschmuck und Silberbesteck

Manchmal schlummern wahre Schätze im Verborgenen – in einer Schublade, auf dem Dachboden oder tief im Schmuckkästchen. Vielleicht handelt es sich um Schmuck oder geerbtes Tafelsilber und Silberbesteck, welches über die Jahre in Vergessenheit geraten ist.

Oft erinnert man sich an solche Kostbarkeiten nicht mehr, bis der Moment kommt, an dem sie Platz für Neues machen dürfen. Spätestens bei Haushaltsauflösungen, innerhalb Sammlungen oder aus finanziellen Gründen tauchen diese Schätze wieder auf. Enthalten sie Edelmetalle wie Gold oder Silber – selbst nur anteilig – sollten sie keinesfalls einfach im Müll landen.

Tafelsilber Silberbesteck – Tradition trifft auf heutigen Zeitgeist

Silber war bereits vor Jahrhunderten ein beliebtes Material für festliche Tafeln, Geschirr und Besteck: leicht formbar, polierbar, formstabil und antibakteriell. Früher ein alltägliches Statussymbol, kommt es heute meist nur noch zu besonderen Anlässen zum Einsatz. Gründe dafür sind preisgünstigere, pflegeleichte Alternativen wie Edelstahl, veränderte Essgewohnheiten und der Aufwand des Polierens.

Beim Tafelsilber handelt es sich überwiegend um eine Silberlegierung mit 925/1000 Anteil Feinsilber – auch bekannt als Sterlingsilber – das 92,5% reines Silber enthält. Ältere Stücke weisen häufig geringere Silbergehalte von 800/1000 (80%) oder 835/1000 (83,5%) auf. Bei Messern bestehen die Klinge meist zur besseren Standhaftigkeit nicht aus Silber, sondern aus Stahl. Oft wird auf Tafelsilber eine Nickelschicht oder andere Beschichtungen aufgetragen, um das Anlaufen zu verhindern und die Farbe zu erhalten.

Versilbertes Besteck, häufig als Hotelsilber bezeichnet, besteht dagegen aus einem Kern aus Messing oder Tombak, der nur dünn mit Silber überzogen ist. Es lässt sich an Stempeln wie 60, 80, 83, 90, 100 oder 110 erkennen.

Da das Gewicht des Tafelsilbers nicht dem reinen Silberanteil entspricht, ermitteln wir beim Ankauf den tatsächliche Edelmetallgehalt. Wir kaufen Ihr Tafelsilber zu aktuellen Silberpreisen an und führen das enthaltene Silber zurück in den Rohstoffkreislauf – so erhält es ein neues Leben und Sie erhalten den passenden Gegenwert.

Schmuck – von echtem Gold bis zu Fälschungen

Beim Schmuck zählt vor allem der tatsächliche Edelmetallwert. Bei vergoldetem Schmuck ist der Goldanteil meist so gering, dass sich der Ankauf oft nur in größeren Mengen lohnt. Begrifflichkeiten wie „Amerik“, „Doublé“, „Walzgold“ oder „Rolled Gold“ deuten auf eine Vergoldung hin. Kleine Bauteile, wie Verschlüsse bei Uhren oder feine Schmuckkomponenten, sind oft ebenfalls nur vergoldet oder enthalten gar keine Edelmetalle.

Besondere Vorsicht ist bei Fälschungen geboten, beispielsweise beim sogenannten „Autobahngold“ – gefälschtem Goldschmuck, der ahnungslose Käufer, etwa an Autobahnraststätten, täuscht.

Wir prüfen sowohl die Echtheit als auch die genaue Zusammensetzung professionell – denn nicht jeder Stempel garantiert echten Wert. Enthält Ihr Schmuckstück Diamanten, kaufen wir diese ab 0,1ct ebenfalls an.

So läuft die Bewertung Ihrer Edelmetalle bei der ESG ab

Sie können uns Ihre Schmuckstücke oder das Tafelsilber bequem zusenden oder persönlich nach einer Terminvereinbarung vorbeibringen. Vor Ort erfolgt die Bewertung transparent und direkt vor Ihren Augen – ohne „Hinterzimmer“.

Zunächst führt unser Fachpersonal eine Sichtprüfung durch. Für eine präzise Analyse verwenden wir moderne Technik, beispielsweise ein Röntgenfluoreszenz-Gerät (RFA). Dieses hochpräzise Messinstrument bestrahlt Ihr Edelmetallstück mit Röntgenstrahlen, die die Atome im Material anregen. Diese senden charakteristische Echos – fluoreszierende Röntgenstrahlen – aus. Das RFA misst Menge und Art dieser Echos und ein angeschlossener Computer berechnet daraus in Sekundenschnelle die genaue Zusammensetzung, etwa den Anteil von Gold, Silber, Kupfer oder Nickel. So erkennen wir auch kleinste Legierungsanteile und Sie erhalten diese vergütet.

Nach der Bewertung erhalten Sie den Gutschriftsbetrag sofort in bar, per Barscheck oder als Überweisung auf Ihr Konto. Ihre alten Schätze werden so wieder Teil des Rohstoffkreislaufs – und Sie profitieren vom aktuellen Marktwert.

World Platinum Investment Council: Rückblick auf den Platinmarkt der letzten Jahre

Barren aus Platin in verschiedenen Größen

Barren aus Platin in verschiedenen Größen

Platin ist ein industriell wichtiger Rohstoff, welcher beispielsweise in der Automobilindustrie verwendet wird. Zudem ist Platin ein beliebtes Edelmetall für Schmuck, dient aber auch in Form von Münzen und Barren als Anlage.

In den letzten Jahren zeigt der Platinmarkt spannende Dynamiken im Bereich der Nachfrage und des Angebots sowie bei der Rückführung von recyceltem Platin in den Rohstoffkreislauf.

Platinnachfrage überwiegend aus der Industrie

Platin wird in der Industrie unter anderem für Glas, Elektrotechnik, medizinische und chemische Erzeugnisse sowie Wasserstoffanlagen verwendet. Die Verwendung von Platin in Festplattenlaufwerken, künstlicher Intelligenz und Rechenzentren wirkt sich ebenfalls positiv auf die Platinnachfrage aus. Durch diese Vielfalt von verschiedenen Endmärkten erreichte die Platinnachfrage zwischen 2013 und 2024 eine Steigerung um 4,2%. Im Jahr 2024 betrug die industrielle Nachfrage 2.487 Kilounzen, 2023 lag sie bei 2.576 Kilounzen und 2022 bei 2.341koz.

Hinzu kommt im Jahr 2024 eine Platinnachfrage aus der Automobilindustrie von 3.106 Kilounzen, die überwiegend für Katalysatoren in Autos, Bussen und Lastwagen verwendet wird. Im Jahr 2023 lag die Nachfrage in der Automobilindustrie bei 3.203koz, und im Jahr davor bei 2.775 Kilounzen.

Platin wird zudem im Schmucksektor verwendet. 2024 betrug die Nachfrage 2.008koz, also 159koz mehr als 2023. 2022 lag die Platinnachfrage für Schmuck bei 1.880koz.

Die Nachfrage im Bereich Investment teilt sich in Barren und Münzen, Barren mit mindestens 500g, die auf dem chinesischen Investmentmarkt gehandelt werden, in ETFs und in börsengehaltene Aktien – zusammen ergibt dies die gesamte Investmentnachfrage. Diese lag 2024 bei 702koz, davon entfielen 194 Kilounzen auf Barren und Münzen. Die Jahre davor lag die Nachfrage weitaus darunter: 2023 eine Gesamtsumme von 397koz und 2022 sogar bei -516koz.

Das Platinangebot reichte 2023 und 2024 nicht aus

Das gesamte Platinangebot setzt sich aus dem Abbau von Platin in Minen und dem Anteil von Recyclingplatin zusammen. Die größten Platinproduzenten der Welt sind hierbei Südafrika, Simbabwe, Russland, Kanada und die USA.

Der Abbau von Platin steigerte sich in den letzten drei Jahren kontinuierlich: 2022 wurden 5.563koz abgebaut, 2023 waren es 5.615koz und 2024 lag die gesamte Minenförderung bei 5.782koz. Hinzu kommen jeweils Platinbestände aus dem Recycling von Katalysatoren, Schmuck und Industrieabfällen. 2022 wurden 1.824koz recycelt, 2023 dann 1.515koz und 2024 waren es 1.530koz.

Schaut man sich das Gesamtangebot und die Gesamtnachfrage nach Platin der letzten drei Jahre an, stellt man fest, dass lediglich 2022 eine positive Bilanz zu ziehen ist – das Angebot lag 908koz höher als die Nachfrage. 2023 gab es ein Defizit von 896koz und 2024 eines von 992koz.

Platin als Diversifizierung der eigenen Anlage

Viele Anleger setzen darauf, 70% ihrer Edelmetallanlage in Gold zu investieren. Es folgen 20% Silber und je 5% in Platin und Palladium. Platin für Investmentzwecke hat im Regelfall einen Feingehalt von 999.5 Tausendsteln Platin.

Um die eigene Altersvorsorge zu diversifizieren oder einen Notgroschen anzusparen, empfiehlt es sich, auf renommierte Hersteller von Platinbarren oder bekannte Anlagemünzen zu setzen. Beliebt sind beispielsweise Barren von Valcambi und Heraeus oder CombiBar®-Tafelbarren. Im Bereich Platinmünzen werden die Platinausgaben der Lunar-Münzen aus Australien sowie Anlageklassiker wie Philharmoniker, Maple Leaf, Kangaroo oder Britannia geschätzt.