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Geprägte oder gegossene Barren – Was sind die Unterschiede?

Goldbarren und Silberbarren gegossen sowie geprägt

Goldbarren und Silberbarren gegossen sowie geprägt

Beim Kauf von Goldbarren oder Silberbarren stoßen Anleger schnell auf die Begriffe „geprägte Barren“ und „gegossene Barren“ oder „Prägebarren“ und „Gussbarren“. Doch was bedeutet das genau, wie unterscheiden sich diese Herstellungsarten und welche Eigenschaften bringen sie mit sich?

Gegossene Barren – die klassische Form

Gegossene Barren entstehen durch ein sehr traditionelles Verfahren. Zuerst wird das Granulat im Schmelzofen erhitzt, bis es vollständig flüssig ist. Diese flüssige Goldmasse oder Silbermasse wird dann in eine passende Gussform gegossen, die dem späteren Barren seine Größe und Form gibt. Nach dem Auskühlen des Metalls entsteht der Rohbarren.

Die Beschriftung erfolgt anschließend durch Einschlagen mit einem Prägestempel oder moderner durch eine Hydraulikpresse. Das Ergebnis sind einzigartige Unikate mit charakteristischen Erstarrungslinien und kleinen Unregelmäßigkeiten, die bei jedem gegossenen Barren anders aussehen.

Eigenschaften gegossener Barren

  • Unikatcharakter: Jeder Barren ist aufgrund seiner individuellen Muster ein Unikat.
  • Robuste Oberfläche: Die oft mattere, leicht raue Oberfläche macht den Barren unempfindlicher gegenüber Kratzern und Fingerabdrücken.
  • Haptik: Gegossene Barren liegen angenehm und schwer in der Hand – viele Anleger schätzen dieses unmittelbare Gefühl von Gold oder Silber.
  • Weniger detailreiche Gestaltung: Gegossene Barren sind meist relativ schlicht und tragen nur die nötigsten Prägungen (Gewicht, Feingehalt, Herstellermarke).
  • Unregelmäßige Oberflächen und Kanten: Diese können das Stapeln für eine platzsparende Lagerung in Sammlungen erschweren.
  • Verfügbarkeit: Gegossene Barren werden im Normalfall nur in größeren Stückelungen geprägt. Kleine Barren wie beispielsweise 1g oder 2,5g gibt es häufig nur als Prägebarren.

Geprägte Barren – filigran und präzise

Geprägte Barren fertigt man mit einem Prägeprozess. Aus geschmolzenem Edelmetall wird ein Metallband gegossen und auf die exakte Dicke ausgewalzt. Anschließend werden daraus Barrenrohlinge ausgestanzt, die nochmal erhitzt und dann unter hohem Druck geprägt werden. So entstehen unter anderem Barren mit feinen, detailreichen Prägungen – ähnlich wie bei Münzen.

Die Oberfläche ist nach dem Prägen meist sehr glatt und glänzend, was geprägten Barren ihre edle Optik verleiht.

Eigenschaften geprägter Barren

  • Detailreiche Gestaltung: Prägebarren können sehr aufwändig und kunstvoll verziert werden.
  • Glatte, ebenmäßige Oberfläche: Diese ermöglicht ein einfaches und sicheres Stapeln sowie eine ansprechende Präsentation.
  • Effiziente Produktion bei kleinen Stückzahlen: Besonders bei kleinen Gewichtseinheiten sind Prägebarren kostengünstiger herzustellen.
  • Empfindliche Oberfläche: Glänzende Prägungen verkratzen schnell. Deshalb werden Prägebarren meist eingeschweißt oder in Blistern geliefert, um Kratzer zu vermeiden.
  • Verfügbarkeit: Große Barren, beispielsweise zu 1kg, werden oft nicht mehr als Prägebarren sondern als Gussbarren produziert.

Worauf sollte man bei der Wahl achten?

Ob gegossener oder geprägter Barren, das Edelmetall hinter beiden Varianten ist immer kursabhängig und von Wert. Die Entscheidung hängt vielmehr von den individuellen Vorlieben bezüglich Optik, Haptik, Lagerung und Handhabung ab. Gold ist Gold und Silber ist Silber – egal, ob gegossen oder geprägt. Beide Varianten sind wertvoll und eignen sich hervorragend als Anlage. Informieren Sie sich vor dem Kauf gut, damit Sie die Barren wählen, die am besten zu Ihren Ansprüchen passen.

Möchten Sie ein einzigartiges Unikat mit roher Ausstrahlung und robustem Griffgefühl? Dann sind gegossene Barren ideal.

Legen Sie Wert auf ein detailreiches Design und umfangreichere Gestaltung, verbunden mit einer glatten Oberfläche? Dann sind geprägte Barren die bessere Wahl.

Preislich liegen geprägte Barren im Normalfall etwas über dem Preis eines gegossenen Barrens derselben Stückelung. Dies ist beispielsweise auf die unterschiedlich aufwendigen Herstellungsverfahren zurückzuführen.

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Valcambi

Beim Unternehmen Valcambi handelt es sich um eine Schweizer Scheideanstalt, die international tätig ist. Gold, Silber, Platin und Palladium werden hier sowohl raffiniert als auch in diverse Barren, Münzen und Medaillen, sowie Halbzeuge für die Schmuck- und Uhrenindustrie weiterverarbeitet. Der Unternehmenshaupsitz befindet sich in der Südostschweiz, genauer gesagt in Balerna. Die Edelmetallraffinerie von Valcambi ist eine der größten dedizierten Anlagen weltweit, auch sie befindet sich auf einem 3,3 Hektar großen Gelände in Balerna. Nach eigenen Angaben beschäftigt Valcambi derzeit 165 Mitarbeitern in ihrem Werk und den dazu gehörigen Büros.

Die Geschichte von Valcambi
Gegründet wurde Valcambi 1961 von einer Gruppe privater Schweizer Investoren. 1968 wurden Valcambis Goldbarren an der LBMA zugelassen und die damalige schweizerische Kreditanstalt (Credit Suisse) übernahm eine Mehrheitsbeteiligung des Unternehmens, die sie 1980 bis auf 100 Prozent aufstockte. 1972 folgte dann auch die Akkreditierung für Silberbarren von Valcambi und 1997 die Zulassung für Platin- und Palladiumbarren. Im Jahr 2001 zog sich die Kreditanstalt Credit Suisse Group aus strategischen Gründen zu großen Teilen aus dem Edelmetallgeschäft zurück. Aufgrund dessen wurde Valcambi 2003 an die European Gold Refineries (EGR) mit ihrem Sitz ebenfalls in Balerna verkauft. Bis Juli 2015 befanden sich 60,6% von EGR im Besitz des US-amerikanischen Unternehmens Newmont Mining. Die restlichen 39,4% blieben bei privaten Investoren, darunter auch die ursprünglichen Gründer. Dann gab der indische Gold- und Diamantenschmuckhersteller Rajesh Exports die gesamte Übernahme von Valcambi über eine seiner Tochterfirma in Singapur bekannt. Hierfür wurde eine neue Tochterfirma in der Schweiz gegründet: Global Gold Refineries (GGR). Heute ist Valcambi noch immer vollständig im Besitz von GGR mit Sitz in der Schweiz.

Valcambis Verwaltung
Valcambi hat einen Verwaltungsrat, der für die Festlegung und Überwachung der Ausrichtung, Strategie, Organisation und Verwaltung des Unternehmens zuständig ist.
Dieser Rat besteht aus zwei Mitgliedern und derzeit wird er durch Federico Domenghini (GGR) geleitet.

Das Managementteam von Valcambi sorgt für die Überwachung der Geschäftstätigkeit aller Abteilungen des Unternehmens und wird vom CEO geführt. Der Chief Executive Officer wird vom Verwaltungsrat ernannt, derzeit ist Michael Mesaric Valcambis CEO.

Zudem arbeitet das Unternehmen mit einem eigenen Team von erfahrenen Sicherheitsexperten zusammen, da die Raffinerie als Hochsicherheitskomplex gilt und rund um die Uhr durch verschiedene Überwachungs-, Kontroll- und Alarmsysteme geschützt wird.

Produkte von Valcambi
Valcambi hat eine jährliche Raffinationskapazität von ungefähr 2.000 Tonnen, wenn es um Gold, Silber und Platingruppenmetalle geht. Valcambi bietet neben der Aufarbeitung von Edelmetallen auch die Herstellung von gegossenen und geprägten Barren an. Die meisten Barren, die zwischen 1967 und 2003 durch Valcambi produziert wurden, trugen das Emblem der Credit Suisse und wurden auch durch die Kreditanstalt vertrieben. Als erste akkreditierte Raffinerie stellte Valcambi 1967 geprägte 1-Kilogramm-Goldbarren her. Zudem entwickelt und prüft das Unternehmen Spezialhalbzeuge für die Uhrenindustrie. Natürlich sind auch das Design und die Herstellung von Münzen, Medaillen, Rohlingen und komplexen Legierungen Teil des Leistungsspektrums von Valcambi.

Unter den Produkten der Schweizer Edelmetallraffinerie finden sich auch Kooperationsprojekte mit der ESG wie die 2011 patentierten CombiBar® Tafelbarren. Diese ermöglichten es erstmals einen Barren durch Sollbruchstellen von Hand verlustfrei in kleinere Barren zu teilen. Dieses Anlageprodukt gibt es aus Gold, Silber, Platin oder Palladium. Hergestellt werden alle Varianten des CombiBar® von der Prägeanstalt Valcambi SA und ebenso werden die Investmentprodukte durch sie international vertrieben.

2018 folgten die Responsible-Gold-Barren mit dem „Auropelli“ als Gemeinschaftsprodukt der ESG und Valcambi SA. Diese nachhaltig produzierten 999,9er Feingoldbarren gibt es in verschiedenen Größen zwischen 1 Gramm und 100 Gramm. Sie gelten als Investmentprodukt und werden ausschließlich aus Edelmetall streng dokumentierter und garantiert sicherer Herkunft gefertigt. Zur Herstellung verwendet Valcambi Gold aus Goldabbaugebieten in den USA. Die Minen in der Wüste Nevadas, die als Bezugsquelle genutzt werden, sind zertifiziert und handeln nach den Vorgaben wichtiger Institutionen wie UN, OECD, LBMA, ILO, IAIA und NEPA.