Während des Deutschen Kaiserreichs wurden 5, 10 und 20 Mark-Goldmünzen geprägt. Die abgebildete 10 Mark Münze aus 1874 zeigt den ehemaligen König von Preußen und Kaiser des Deutschen Reichs Wilhelm I von Preußen. Die Goldmünze wird der Jaegernummer 245 zugeordnet.
Die Motivseite der deutschen Kaiserreichmünze aus 90% Feingold hat einen Perlrand, gefolgt vom umlaufenden Schriftzug "WILHELM DEUTSCHER KAISER KÖNIG V. PREUSSEN". Mittig wird ein Porträt des Herrschers gezeigt. Sein Blick ist nach rechts gerichtet und er wird mit kurzem, schütterem Haar und Bart dargestellt. Unter der Abbildung befindet sich das Kürzel „B“ der Prägestätte Hannover. Der Entwurf stammt vom deutschen Medailleur Emil Weigand.
Auf der Wertseite der 10 Mark-Goldmünze ist analog zur ersten Seite ein weiterer Perlkreis aufgebracht worden, welchem sich darunterliegend die Legende "DEUTSCHES REICH", das entsprechende Ausgabejahr "1874" und den Nominalwert von "10 MARK" anschließt. Der Nennwert wird von zwei Sternen auf der linken und rechten Seite begrenzt. Am oberen Münzrand wird die Kaiserkrone dargestellt. Auf der linken und rechten Seite wurden zusätzlich wehende Bänder angebracht. Direkt darunter erhebt sich majestätisch ein klauenbewehrter Reichsadler. Die Schwingen spreizt er entlang der Legende von sich. Das Adlerabbild wurde dem Wappen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation nachempfunden. Auf der Brust des Tiers prangt ein Wappenschild, auf dem sowohl ein gekrönter preußischer Adler, als auch ein weiterer Schild abgebildet ist. Dieser trägt das Familienwappen der Hohenzollern.
Wilhelm Friedrich Ludwig von Preußen lebte von März 1797 bis März 1888 und war der zweite Sohn des Hauses Hohenzollern. Zu Lebzeiten war er ab 1861 König von Preußen und nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 auch der erste deutsche Kaiser. Noch vor seiner Herrschaft heiratete er 1829, dem Wille seines Vaters folgeleistend, Prinzessin Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach. Die Verbindung galt als reine Vernunftsehe, dennoch wurde Wilhelm I Vater von zwei Kindern. Sein Sohn war Friedrich Wilhelm, der spätere Kaiser Friedrich III. Seine Tochter Luise wurde später Großherzogin von Baden. 1888 verstarb Wilhelm nach Krankheit in Berlin.