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11.07.2026, 20:18 Uhr

Platin und Palladium im Vergleich

Auf den ersten Blick erscheinen Platin und Palladium sehr ähnlich – silbrige Edelmetalle, die sich in der Industrie, Schmuckindustrie und im Anlagebereich wiederfinden. Natürlich schwanken die Anteile der einzelnen Nachfragesektoren von Jahr zu Jahr, jedoch macht die Industrie immer eine deutliche Mehrheit aus.

Eine optische Unterscheidung zwischen Platin und Palladium fällt ungeschulten Augen tatsächlich erstmal schwer – wer aber ganz genau hinschaut, sollte feststellen, dass Platin im Vergleich zu Palladium ein wenig weißer erscheint. Daher erinnert die Farbe von Platin sehr an Silber, was eine Ableitung des spanischen Wortes Platina ("Kleines Silber") als Namensgrundlage für Platin zur Folge hatte.


Zuordnung zur Platingruppe

Platin und Palladium gehören beide zur selben Gruppe von Elementen im Periodensystem, die als "Platingruppe" bezeichnet wird. Zu diesen zählen auch noch Rhodium, Ruthenium, Osmium und Iridium.


Verwendung der Platinmetalle

Sowohl bei Platin als auch Palladium geht ein Großteil der Produktion an die Industrie.

Industrielle Verwendung von Platin

Platin wird in einer Vielzahl von Bereichen eingesetzt: Es ist ein wichtiges Material zur Herstellung von Laborgeräten, da es keine Flammenfärbung erzeugt. So werden dünne Platindrähte verwendet, um Proben in die Flamme eines Bunsenbrenners zu halten. Durch seine Hitzebeständigkeit ist Platin auch in Thermoelementen, Widerstandsthermometern und Heizleitern in Gebrauch.

Die Automobilindustrie profitiert ebenfalls von Platin und seinen Eigenschaften. Kontaktwerkstoffe und Elektroden, beispielsweise in Zündkerzen, enthalten Platin. Auch Katalysatoren verwenden das Metall, darunter klassische Fahrzeugkatalysatoren, Diesel-Oxidationskatalysatoren und Katalysatoren in Brennstoffzellen. Für großindustrielle Prozesse werden Platinlegierungen beispielsweise bei der Herstellung von Salpetersäure genutzt. Weitere Verwendungsbeispiele innerhalb der Industrie sind Magnetwerkstoffe, Schmelztiegel für die Glasherstellung, Schubdüsen sowie Verkleidungen für Raketen oder Laserdrucker.

Anwendung von Palladium in der Industrie

Palladium wird ebenfalls größtenteils in der Automobilindustrie verwendet. Die Hauptverwendung liegt hier wie bei Platin in Katalysatoren. Palladium verfügt über Eigenschaften, welche chemische Reaktionen beschleunigen und begünstigen, wodurch es sich als Katalysator bestens eignet. Rund zwei Drittel der jährlichen Fördermenge werden an die Autoindustrie geliefert. Darüber hinaus wird Palladium in der chemischen Industrie zur Wasserstoffherstellung genutzt und findet Verwendung in elektrischen Kontakten, wo es verhindert, dass andere Stoffe wie Kupfer mit anderen Materialien reagieren, was die Lebensdauer von elektrischen Geräten verlängert. In geringerem Ausmaß kommt Palladium auch in der Medizinindustrie sowie in der Chemiebranche zum Einsatz, beispielsweise in der Produktion von medizinischen Geräten.


Abbauzahlen von Platin und Palladium

Auch die Abbauzahlen von Palladium und Platin ähneln sich. 2018 wurden weltweit beispielsweise 190 Tonnen Platin und 220 Tonnen Palladium gefördert. 2021 waren es 180 Tonnen Platin und 200 Tonnen Palladium. Wenn man diese Zahlen aus demselben Jahr mit Gold (3.560,7 Tonnen) und Silber (24.000 Tonnen) vergleicht, wird deutlich, dass Platinmetalle weitaus seltener sind. Aufgrund der Seltenheit von Platin in platinhaltigen Erzen müssen beispielsweise zwischen 7 und 12 Tonnen Erz abgebaut und verarbeitet werden, um eine Unze reines Platin zu erhalten.

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